Früher d‘Moosbuam, heute Goldachtaler
Der „Heimat- und Volkstrachtenverein D’Moosbuam Eicherloh“ – heute heißt er offiziell „Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenverein Goldachter Eicherloh“ – wurde nur ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Eicherloh gegründet. Der Zuspruch der Bevölkerung im Jahr 1946 war groß. Es war eine schwere Zeit, von welcher der inzwischen verstorbene Gründungsvorsitzende Leonhard Steinbeißer die Einheimischen etwas ablenken wollte.
Acht Monate nach der Vereinsgründung gab es den ersten öffentlichen Auftritt der Plattlergruppe. Beigebracht hat den Goldachtalern das Schuhplatteln ein Anhänger des Brünnstoana Stamm München, des heutigen Patenvereins.
Ein besonderes Aushängeschild der Goldachter is die Nachwuchsarbeit. Zahlreiche junge Trachtlerinnen und Trachtler konnten in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge beim Isargaupreisplattln und beim renommierten Wettbewerb „Bayerischer Löwe“ erzielen. Namen wie Rebecca Käsmaier, Antonia Pfuhler, Anna Großkopf oder zuletzt Elias Brandl stehen stellvertretend für eine erfolgreiche Jugend, die das Brauchtum mit Begeisterung weiterträgt. Mehrfach erreichten Eicherloher Teilnehmer Spitzenplätze auf Gau- und Landesebene.
Ebenso wichtig wie das Plattln und Tanzen ist für die Goldachtaler das Theaterspiel. Jahr für Jahr locken die Aufführungen zahlreiche Besucher an. Dass dabei manchmal Improvisationstalent gefragt ist, zeigte sich etwa 2017, als kurzfristig erkrankte Hauptdarsteller ersetzt werden mussten. Auch die jüngste Produktion „Da kahle Krempling“ im Frühjahr 2026 war ein voller Erfolg: Alle sieben Vorstellungen waren restlos ausverkauft.
Jugend trägt Tradition weiter
Trachten, Tänze, Plattler, Theater und Dialekt verbinden Vergangenheit und Gegenwart: „Sie erinnern uns daran, wo unsere Wurzeln liegen, und geben zugleich Orientierung für die Zukunft.“ Doch Tradition lebe nicht allein vom Bewahren, sondern vor allem vom gemeinsamen Erleben. So erinnert die Vereinschronik zudem an viele besondere Momente der vergangenen Jahrzehnte – von Jubiläumsfesten und Gaufesten über Vereinsausflüge bis zu Ehrungen langjähriger Mitglieder.
Immer wieder mussten die Goldachtaler auch Abschied von Persönlichkeiten nehmen, die den Verein über viele Jahre geprägt hatten. Ehrenvorsitzender Sepp Rader etwa verstarb 2017: „Sepp hat unseren Verein geprägt wie kein Zweiter. Er war Vorplatter, jahrzehntelang Vorstand, Hauptdarsteller in zahlreichen Theaterstücken und schließlich über 20 Jahre unser Spielleiter. Er war Trachtler mit Leib und Seele“, heißt es dazu in der Chronik. Seine Verbundenheit mit dem Verein steht beispielhaft für den Zusammenhalt, der die Goldachtaler seit acht Jahrzehnten auszeichnet.
Trotz aller Veränderungen ist die Grundidee dieselbe geblieben: Menschen zusammenzubringen und Heimat, Tradition und Gemeinschaft lebendig zu halten. Mit Zuversicht blickt der Verein deshalb in die Zukunft – nicht zuletzt dank einer engagierten Jugend: „Unsere Jugend ist die Zukunft – es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung junge Menschen unsere Tradition weitertragen und neues Leben in den Verein bringen. Sie geben die Gewissheit, dass Brauchtum und Gemeinschaft in den kommenden Generationen ihren festen Platz behalten werden“, so Kollmannsberger.
Gefeiert wird das 80-jährige Bestehen am Sonntag, 28. Juni. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst im Park in Eicherloh. Anschließend feiern wir im Eicherloher Park im Schatten unter den Linden weiter.